Historisches zur Gemeinde Crottendorf mit OT Walthersdorf

Über Gründungsjahr und Namensgebung von Crottendorf ist nichts bekannt. Wir können uns nur nach der allgemeinen Geschichte unseres Landes richten.

Danach war zur Zeit der ersten Jahrtausendwende im westlichen Deutschland eine gewisse Überbevölkerung entstanden. Landlose Bauernsöhne brauchten Ackerland, landlose Herrensöhne wollten Besitz und Macht. So stellte Kaiser Barbarossa (1152-1190) das unbesiedelte Waldland östlich der Saale zur Kolonisierung zur Verfügung. Das war ein ca. 60 km breiter Streifen vom Kamm des Erzgebirges bis etwa Chemnitz und in westöstlicher Ausdehnung von der Saale bis fast zur Elbe. Hier breitete sich der Miriquidi (Dunkelwald) aus. Im Westen Deutschlands wurde geworben, dieses Gebiet urbar zu machen und den christlichen Glauben nach Osten zu tragen. Trecks wurden zusammengestellt und meist Herrensöhne als deren Führer bestimmt. So zogen im 12. Jahrhundert Bauern aus Franken, Bayern und Hessen mit Kind und Wagen, Vieh und Saatgut nach Osten, eine neue Heimat suchend, die wenigen Verkehrswege nutzend, die böhmische Salzfuhrwerke, aus Halle kommend, durch den Miriquidi gebahnt hatten.

Manchmal erhielt das neue Dorf den Namen des Lokators oder es wurde nach dem alten Heimatort benannt. So gibt es in Oberfranken ein Crottendorf. Ob wir aber von dort stammen, das ist nicht mehr nachweisbar. Oder fanden unsere Ahnen bei ihrer Ankunft an der Zschopau mit ihren zahlreichen Sumpfgebieten viele Kröten vor? Im Staatsarchiv in Dresden gibt es alte Urkunden. Darin heißt unser Ort "Krötendorf". Dazu passt auch unser Wappentier, die Schildkröte, obwohl es für sie hier zu rau gewesen sein dürfte. Vielleicht war aber auch die Erdkröte dem Künstler, der das Wappen entwarf, nicht schön genug oder sie ließ sich grafisch schwierig gestalten. Nachweisbar sind unser Wappen und Siegel mit der Schildkröte seit 1563.

Die Anlage unseres Ortes gleicht einem fränkischen Waldhufendorf. Das heißt: Die Häuser wurden rechts und links längs des Flusses gebaut, nicht zu nahe am Ufer, man bedachte das Hochwasser. Dann zog sich hinter dem Haus ein langer Feldstreifen bis zum Wald hinauf, eine sogenannte Hufe, das ist zum Teil heute noch zu erkennen.

1406 wurde Crottendorf erstmals urkundlich erwähnt, als unser Grundherr, der Meinheringer Heinrich I seine Grafschaft Hartenstein an die Schönburger verpfänden musste. 1559 wurden diese von den Wettinern gezwungen, ihnen für 146.000 Gulden den oberwäldischen Teil dieser Grafschaft zu überlassen. Seitdem gehört Crottendorf zu Sachsen.

Auch der Ortsteil Walthersdorf ist ein Waldhufendorf. Es wurde in der gleichen Weise besiedelt und führt seinen Namen auf den des Lokators zurück. Walthersdorf wurde bereits 1367 erstmals urkundlich erwähnt, als es mit der Pflege Schlettau an die Schönburger verliehen wurde. Diese verkauften 1413 die Pflege an das Kloster Grünhain.

1536 wurde das Kloster aufgelöst und die Pflege Schlettau samt Walthersdorf dem Kurfürstentum Sachsen einverleibt. Die Göttin Fortuna auf geflügelter Erdkugel stehend ziert seit 1711 das Wappen von Walthersdorf. Seit 01.01.1999 ist Walthersdorf Ortsteil von Crottendorf.